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Erlend Bernsten
Name: Erlend Bernsten Land: Norwegen Alter: 27 Jahr der Diagnose: 2000 Typ der MS: Schubförming remittierend Beruf: Mitarbeiter der Zulassungsstelle
In seinem Buch “Herr der Ringe“, wo Frodo zu Gandalf sagt „Ich wünschte, der Ring wäre nie zu mir gekommen. Ich wünschte, nichts von dem wäre passiert.“, drückte J.R.R. Tolkien das aus, was ich im Sommer 2000 erlebte. Es war Juni, als ich den Brief eines Neurologen erhielt, der die Diagnose MS bestätigte.
Die erste Serie von Symptome trat 1999 auf. Eines Sonntags Morgen im April fühlten sich meine Beine taub an, und jeden Morgen der nächsten drei Wochen kam dieses Gefühl der Taubheit, das sich bis in meine Brust ausweitete immer wieder. Nach sechs Wochen verschwand die Taubheit leicht. Die Ärzte konnten dieses Symptom nicht einordnen und in den nächsten Monaten wurden zahlreiche Test, inklusive eines MRI- Scans und einer Lumbalpunktion durchgeführt, die mit der Diagnose MS endeten.
An diesem Tag im Juni glaubte ich alles ernstes, dass mein Leben vorüber wäre, bevor es überhaupt begonnen hatte. Ich hatte keine Ahnung, was das für mich bedeuten sollte, aber ich dachte, weder zu einer Arbeit noch zu einem Studium fähig zu sein. Meine Zukunft bestand aus Kranksein und zu Hause zu bleiben.
Aber Tolkien fand eine Antwort für Frodo und auch für mich: Gandalf erklärt Frodo: „Das wollen alle, die in solchen Zeiten leben. Aber es ist nicht an ihnen zu entscheiden, das einzige, was wir entscheiden, ist, was wir mit der Zeit, die uns gegeben ist, tun.“
Ende Juli wurde ich von der Universität von Tromsö angenommen. Der Gedanke mit dieser Diagnose ein Studium zu beginnen war Angst einflößend. Wie lange könnte ich studieren? Welchen Abschluss erreichen? Was, wenn ich scheiterte? Ich hatte viele Bedenken, aber auch viele Hoffnungen und Träume. Mein größter Traum war ein Magistertitel und ein guter Job.
Ich beschloss, dass meine Träume zu wertvoll waren um sie nicht zu verwirklichen und so inskribierte ich im Herbst 2000 an der juridischen Fakultät. Ich wäre der Letzte, der nicht zugeben würde, dass es schwer war, ein neues Kapitel meines Lebens zu beginnen. Es wurde noch komplizierter, als ich zwei Kapitel in meinem Leben gleichzeitig schreiben musste: eines als Student und das andere als MS-Patient.
Es ist nicht leicht zu beschreiben, was in der ersten Zeit meines Studiums geschah. Wie jeder andere MS- Patient kämpfte in mit den unterschiedlichsten Symptomen. Am Ende erhielt ich jedoch am 2. Oktober, nach einem sechsjährigen Studium meinen Abschluss als Master und ich war der glücklichste Mensch der Welt. Ich arbeite nun am Universität College bei der Zulassungsstelle.
Während des Studiums beschloss ich andere junge MS- Betroffene zu unterstützen und ihnen zu helfen. Ich bin jetzt eines von drei Mitgliedern des „Young People with MS Committee“. Dieses Komitee wurde 2005 gegründet, mit dem vordringlichsten Ziel, zu definieren, wie die Norwegische MS- Gesellschaft „MS-forbundet“ zum Wohl junger MS- Erkrankter agieren könne.
MS-forbundet – Ung med MS
Die letzten 18 Monate hat das Komitee viel Positives bewirkt: Wir organisierten acht Konferenzen in diversen Städten in Norwegen, die kostenlos und von jedem besucht werden konnten. Die erste beschäftigte sich mit dem Thema Fatigue und war sehr gut besucht und die letzten vier beschäftigten sich mit dem Thema Arbeit und Bildung. Das wichtigste war, soviel Information wie möglich für junge Betroffene anzubieten.
Lokale Stellen der norwegischen MS- Gesellschaft organisieren spezielle Aktivitäten wie Workshops oder soziale Kontaktfindung in Restaurants, die auf junge MS- Erkrankte abzielen. Das wichtige an dieser Arbeit ist, dass sich jeder daran beteiligen und etwas beisteuern kann und dass man die Situation für junge Betroffene wirklich verändern kann.
Für dieses Jahr hat das Komitee schon zahlreiche Veranstaltungen geplant. Das größte Vorhaben ist es, eine Konferenz für junge Menschen zwischen 18-30 zu veranstalten. Wir hoffen ein Outdoor- Thema für diese Konferenz zu finden. Momentan befinden wir uns noch im Planungsstadium für diese Veranstaltung, und wir hoffen, dass sie eine interessant und unterhaltsam werden wird.
Ich empfinde diese Arbeit als Belohnung und ich hoffe, dass sie auch für andere wertvoll ist. Ich versuchte meine Träume und Hoffnungen für die Zukunft zu behalten. Glücklicherweise sind sie - zwar etwas verändert - immer noch vorhanden. So weit ich es wage in die Zukunft zu blicken, erscheint sie mir glänzend. Und so kann auch eure Zukunft sein, wenn ihr es wagt, an sie zu glauben.
Wir danken Nicole Murlasits für die Übersetzung dieses Profils des Monats
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