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Sophie Froger
Land: Frankreich Alter: 50 Jahre Beruf: Ehemals Anwältin Type der MS: Sekundär progressive Jahr der Diagnose: 2000
Ich wurde am 30. Juli 1958 in Angers (Frankreich) geboren. Dort wuchs ich auch auf und erst nach meinem Jusstudium zog ich ins zentralfranzösische Bourges.
In Bourges begründete ich eine Anwaltskanzlei mit und arbeitete 20 Jahre lang als Juristin. Zwischen der Arbeit und dem Aufziehen der Kinder (sofern ich dafür Zeit fand), tat ich all die Dinge, die ich liebte: lesen, schreiben und Sport betreiben, vor allem Tennis spielen, schifahren, schwimmen und reiten, was ich für mein Leben gerne tat.
Im Frühling 2000 konnte ich plötzlich nicht mehr sehen und nicht mehr gehen. Am ersten Mai wurde mir die Diagnose Multiple Sklerose mitgeteilt. Diese neurologische Erkrankung, lähmend wie auch degenerativ, erweckte Zweifel an meiner Lebensführung und ich war gezwungen, meine Karriere zu unterbrechen und meine sportlichen Aktivitäten zu beenden, was ich die ersten Monate nur schwer akzeptieren konnte.
Dann unterzog ich mich einer Vielzahl medizinischer Behandlungen, aber ich hatte das Glück von einem wunderbaren Neurologen begleitet zu werden, dem ich sehr vertraute. Mein Kampfgeist und meine hoffnungsfrohe Natur halfen mir die Krankheit zu bewältigen.
Heute bin ich, der MS zum Trotz, allein erziehende Mutter zweier Kinder, Charles, 22 und Agathe, 13. Sie waren erst 14 beziehungsweise 5 Jahre alt und sie reagierten durchwegs positiv als ich diagnostiziert wurde. Ich erklärte ihnen, was die MS genau sei und machte ihnen auch Mut- aber nicht ohne sie auf die physischen Probleme hinzuweisen, mich denen ich zu rechnen hatte. Bücher und Cartoons für Kinder über MS halfen mir dabei sehr.
Im März 2005 gründete ich meine eigene Organisation ASEP 18. Ihr Zweck ist die moralische Unterstützung MS- Diagnostizierter im Umgang mit den Folgen der Erkrankung. ASEP 18 hat einen pragmatischen Zugang und mit meiner juristischen Erfahrung helfe ich anderen bei Anträgen staatliche Unterstützung zu erhalten. Wir organisieren Meetings, Konferenzen und für alle zugängliche Freizeitaktivitäten.
Ich habe auch eine Website erstellt, ASEP18, die wesentliche Informationen über MS anbietet und die barrierefrei und userInnenfreundlich ist. Viele französisch sprechende Menschen nutzen sie regelmäßig.
Damit bin ich sehr beschäftigt (manchmal zu beschäftigt, geht es nach meinen Kindern), aber es hilft mir, das Beste aus meinem Leben zu machen, nämlich anderen zu helfen.
Nach einigen Jahren der Behandlung, scheint bei mir die MS eine Atempause zu gönnen und ich habe beschlossen, jede Gelegenheit zu ergreifen und meine Jugendträume zu verwirklichen
Zum Beispiel veröffentlichte ich im Oktober 2005 unter dem Namen Sophie Poilane-Benhaim mein erstes Buch. Le Chant de L’Arc-en-ciel (Das Lied vom Regenbogen) wurde bei L’Harmattan publiziert. Das Buch erzählt von den Gefühlen der Verzweiflung und der Ungerechtigkeit, die Diagnose einer degenerativen Krankheit mit sich bringt, aber auch wie eine solche Diagnose neue Perspektiven eröffnen kann. Mit dem Schreiben dieses Buches wurde ich zur einer Stimme für Viele von degenerativen Krankheiten Betroffenen, die sich alleine und isoliert wiederfinden.
Kürzlich unternahm ich eine Hundeschlitten-Expedition durch die Wildnis von Kanada.
Dieses Projekt gab mir die Möglichkeit alle Dinge, die mir lieb und teuer sind, zu kombinieren. Natur, weite und offene Ebenen, verschneite Landschaften und Hunde. Gleichzeitig war es eine Chance, mich physisch wie emotional zu fordern. Aber am wichtigsten war mir, mit diesem Experiment das Bewusstsein für die Krankheit MS zu steigern und durch meine eigene Geschichte zu demonstrieren, das die medizinische Forschung beginnt, Früchte zu tragen und das mentale Stärke eine vitale Kraft ist, Krankheit oder Behinderung zu bewältigen.
Nach einigen Monaten intensiven Trainings, ausgedehnten Forschungen, unzähligen Meetings und der Anwerbung von Sponsoren nahm die Expedition „Grand North 2007“ Gestalt an und der Traum wurde allmählich Realität.
Die Expedition, die zwei Wochen dauerte, begann am 18. März 2007 in Girardville (Quebec). Es wurde zu einer Übung in Selbstgenügsamkeit und Vertrauensbildung. Ich beendete die Expedition trotz der Kälte, Erschöpfung und ruheloser Tage.

Ich erhielt Unterstützung meiner Sponsoren, meiner Familie, den Mitgliedern meiner Organisation, und zahlreicher Leute der Welt, die seit frühestem Beginn an an mein Projekt glaubten. Alle halfen mir, dran zu bleiben.
Mein Abenteuer kann unter Grand Nord 2007 mit mir geteilt werden.
Ein Film über dieses wunderbare Abenteuer wird bald erhältlich sein. Ich möchte es verwenden um meine Aktivitäten zu promoten und um über MS in einer anderen und originellen Art zu sprechen und um ein weiteres Publikum zu erreichen. Ziel ist es, Menschen, die gerade mit MS diagnostiziert wurden, Hoffnung zu geben.
 Einen kleinen Rat, den ich denjenigen geben möchte, die an MS erkrankt sind, ist es, nicht aufzugeben. Jeder Tag kann uns einige kurzer Momente intensiven Glücks schenken. Seit ich erkrankt bin, genieße ich auch die einfachsten Dinge und ich denke, dass ich Glück habe, am Leben zu sein.
Wir danken Nicole Murlasits für die Übersetzung dieses Profils des Monats
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