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Ann Langley
 Land: Australien Beruf: Musikerin und pensionierte Lehrerin MS-Typ: Schubförmig Jahr der Diagnose: 1988
Als ich erfuhr, dass ich Multiple Sklerose habe, empfand ich als erstes Erleichterung – endlich ein Name für all die Symptome und Probleme, für die mein praktischer Arzt keine Erklärung hatte. Die Diagnose wurde 1988 gestellt, als Queensland sein erstes MRI-Diagnose-Zentrum erhielt. Der zweite Neurologe hatte die Antwort nach dem MRI, der erste konnte keine Lösung anbieten außer mich an einen Psychiater zu verweisen. Das passierte in dieser Zeit vielen Menschen mit MS; Psychiater hatten auch keine Antworten außer dem Verschreiben von Antidepressiva! Zweifellos hilfreich, aber nicht so hilfreich wie eine Diagnose.
In dieser Zeit war ich nach dem Tod meines Mannes 1972 hauptsächlich darauf konzentriert, meinen Kindern die besten Möglichkeiten hinsichtlich Schule und Studium zu bieten. Das bedeutete schwere Arbeit, in Orchestern und Streichquartetten spielen (ich spiele die Viola), Musik in Grundschulen und Gymnasien unterrichten, und als Sängerin mit Keyboard in einer Unterhaltungs-Band arbeiten. Es gibt viele amüsante Anekdoten aus diesen Jahren, wie zB ein 10minütiges Nickerchen während der Pausen unter dem Klavier hinter dem Bühnenvorhang, und ähnliche Vorfälle.

Als die Familie unabhängig wurde, zog ich mich aus dem Lehrberuf und den meisten Musizier-Aktivitäten zurück, um den Umgang mit diesem neuen Problem in meinem Leben zu lernen. Auf der Suche nach weiteren Antworten schloss ich mich MS Queensland an und wurde schließlich Vorsitzende der Menschen mit MS Queensland. Ich bereitete ihren monatlichen Newsletter MS Forum vor. Mit informativen Artikeln zu Themen wie Umgang mit Symptomen und Möglichkeiten, die fatigue bei Arbeit und Hausarbeit möglichst zu minimieren. Forum erwies sich als Sprungbrett für das australienweit veröffentlichte Magazin, MS Life, das während meiner Zeit als Präsidentin der Menschen mit MS Australien zum ersten Mal publiziert wurde.
Ich schätze mich glücklich, dass ich keinen schweren Behinderungsgrad habe und dass ich immer noch in der Lage bin, viel für die Unterstützung anderer MS-Betroffener und von Menschen mit anderen Krankheiten, die zu Behinderungen führen, zu tun. Es war mir immer wichtig, öffentliche Einrichtungen bestmöglich zu nützen bzw, falls es keine gibt, diese zu schaffen. Als sich der Transport von Menschen mit Behinderungen im öffentlichen Verkehr zum Problem auswuchs, unterstützte ich die Queensland-Eisenbahn mit Ratschlägen, wie Personenzüge und Stationen für Menschen im Rollstuhl zugänglich gemacht werden konnten. Auch mit Bus-Betreibern besprach ich die gleichen Probleme und baute einen Fahrtendienst für lokale Behindertentransporte auf.
Zugängliche Wohnungen, die den Bedürfnissen von Menschen mit Behinderungen entsprechen, sind ebenfalls ein wichtiger Punkt auf meiner Liste. Zugängliche Wohnungen bedeutet mehr als nur Rampen, es betrifft die ganze Inneneinrichtung; der Bedarf danach wurde mittlerweile in der ganzen Welt erkannt. Ein weiteres Anliegen ist es mir, jungen Menschen mit Behinderungen das Leben in ihrem eigenen Umfeld zu ermöglichen statt sie in Pflegeheimen für alte Menschen unterzubringen.
Ann bekam 2007 den James D. Wolfensohn - Preis für „MS-Betroffene International“. Lesen Sie mehr über ihre Arbeit und Erfolge. Ann wird im Oktober 2007 an den alle zwei Jahre stattfindenden internen MSIF-Sitzungen in Prag, Tschechien, teilnehmen und auch etwas zum Thema tägliches Leben präsentieren – Leben mit MS: heute und morgen – am 10. Oktober im Prager Kongresszentrum.
Wir danken Margot Sepke für die Übersetzung dieses Profils des Monats.
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