| Beschreibung: | Eine Mischung von metallbindenden (chelierenden) Substanzen, die in Rumänien entwickelt wurde. Dazu gehören L-Zystein, das Kalzium-Natriumsalz von Ethylenediamin Tetraazetat (EDTA) und Kalziumglukonat. Es wird als eine Serie von sechs täglichen, intramuskulären Injektionen im Abstand von 1-4 Monaten verabreicht. |
| Begründung: | Diese Mischung wurde entwickelt, um den "Kalziumeinstrom in die Neurone zu erleichtern und dadurch Virusinfektionen zu verhindern". Es soll weder den Kalziumgehalt im Körper noch denjenigen in der Zelle verringern und deshalb nicht so toxisch sein wie sonst die Chelatortherapie. Es gibt keine Studien über die direkte Wirkung auf die Nervenleitfähigkeit oder die Entzündungsreaktion von Lymphozyten oder Makrophagen. |
| Evaluation : | In einer langfristigen unkontrollierten Studie wurde behauptet, dass Rodilemid zu einer dauerhaften Besserung (mindestens ein Punkt auf der Kurtzke-Skala) bei 80% der Patienten mit chronisch-progredienter oder klinisch stabiler MS führten. Diese Ergebnisse sind bisher nicht bestätigt worden. |
| Risiko: | Die Toxizität ist gering. |
| Schlussfolgerung: | Die Wirkung von Rodilemid in der MS-Therapie ist nicht bewiesen. |
| Nach Auffassung des Komitees gibt es keine allgemein akzeptierte wissenschaftliche Grundlage für diese Therapie. Sie wurde nie in einer sauber kontrollierten Studie untersucht. Die Risiken sind nicht bekannt. |