Einfache chemische Substanzen, die intravenös (Natriumbicarbonat) oder peroral (Phosphate) verabreicht werden.
Begründung:
Aufgrund experimenteller Studien wird angenommen, dass die Impulsleitung in Nervenfasern durch eine Verminderung der Kalziumkonzentration verbessert werden könnte.
Evaluation :
In klinischen Studien liess sich der Kalziumspiegel durch intravenöse Gabe von Natriumbicarbonat oder durch hohe perorale Dosen von Phosphaten (welche beide Kalzium binden) deutlich verringern. Dabei kam es zu einer raschen, aber vorübergehenden, messbaren Besserung in einer Reihe von neurologischen Ausfällen. Eine längere Verwendung solcher Substanzen liesse sich aber nicht mit einem gesunden Allgemeinzustand vereinbaren. Deshalb kommen sie als Behandlungsverfahren der MS nicht infrage. Diese Studien zeigen aber, dass die Impulsleitung von Nervenfasern durch chemische Substanzen günstig beeinflusst werden kann. Dies ermutigt zur Suche anderer Substanzen, die über längere Zeit gefahrlos verabreicht werden können.
Risiko/Kosten:
Langzeitbehandlung ist potentiell lebensgefährlich.
Schlussfolgerung:
Diese Substanzen können zur Behandlung der MS nicht empfohlen werden.
Nach Auffassung des Komitees sind diese Substanzen zur Behandlung der MS nicht zu empfehlen. Eine saubere kontrollierte Studie wurde nie durchgeführt. Die Risiken sind unklar.