Multiple Sclerosis International Federation

 
 
Symptome und Behandlungen
Donate advanced search
Diese Seite drucken print this page
 
Aus dem Inhalt
MS the Guide:

 


  Hinterstrangstimulation

Beschreibung:Die Hinterstränge des Rückenmarks sind starke Bündel von Nervenfasern, welche die Berührungsempfindung und den Lagesinn aus den Beinen, dem Rumpf und den Armen zum Gehirn leiten. Das Rückenmark ist durch eine bindegewebige Hülle, die Dura geschützt. Zur elektrische Stimulation der Hinterstränge werden zwei Elektroden auf die darüber liegende Dura gebracht. Dies bedurfte früher einer offenen Operation, heute werden die Elektroden meist durch eine spezielle Nadel eingeführt. Die Elektroden werden dann mit einem implantierten Stimulator oder Radioempfänger geführt.
Begründung:Die Therapie durch Hinterstrangstimulation bei der MS begann empirisch, nachdem dieses Verfahren bei einem MS-Patienten zur Schmerztherapie angewandt wurde und festgestellt werden konnte, dass er sich nach der Stimulation allgemein besser fühlte. In der Folge wurde behauptet, dass durch dieses Verfahren die Funktion neuraler Regelkreise im ZNS allgemein und speziell im Rückenmark und Hirnstamm verbessert werden könnte. Sie sollte auch zu messbaren Veränderungen bei den evozierten Potentiale und bei der objektiven neurologischen Untersuchung bei einzelnen Patienten geführt haben.
Evaluation :Die Hinterstrangstimulation soll bei einer Reihe von Krankheiten wirksam sein. Dazu gehören Athetose, cerebrale Kinderlähmung, Dystonie, Spastizität nach Trauma und Schlaganfall, Epilepsie und degenerative Krankheiten. Unter 300 solchen Fällen soll in 70 - 85% eine Besserung in der einen oder anderen neurologischen Funktion erreicht worden sein. In mindestens vier Studien an MS-Patienten, die sorgfältig neurologisch nachkontrolliert wurden, zeigten nur einzelne Patienten initial eine subjektive Besserung; bei keinem aber hielt die Besserung über zwei Jahre an und die meisten hatten von sich aus die Therapie aufgegeben.
Risiko:Bei einer kleinen Gruppe von Patienten kamen Infektionen, Blutungen und ernsthafte Rückenmarksverletzungen vor. In über 50% der Fälle kommt es zu einer Verschiebung der Elektroden oder zu einem Bruch der Drähte, was eine erneute Operation notwendig macht. In wenigen Fällen kommen Komplikationen in Form von Blutungen im Operationsgebiet, Rückenmarkskompression oder Paraplegie vor.
Kosten:Zu den Kosten gehören die Honorare, Mieten und Hospitalisationskosten, die leicht 25'000 $ übersteigen und in der Regel von Versicherungsträgern nicht rückvergütet werden.
Schlussfolgerung:Dieses Verfahren ist wirkungslos und gefährlich. Die Kosten und Risiken sind hoch. Es wird nicht zur Behandlung von MS-Patienten empfohlen.
Nach Auffassung des Komitees sollte diese Therapie wegen der gefährlichen Komplikationen nicht verwendet werden. Es bestehen erhebliche Risiken. Die Kosten sind sehr hoch.


Copyright Copyright Datenschutz Datenschutz Zurück zum Anfang
Haftungsausschluss Haftungsausschluss Unterstützt von Unterstützt von
Zurück zum Anfang  Zurück zum Anfang  
Feedback Feedback Sitemap Sitemap
Back to top Back to top