| Beschreibung: | Für die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) werden Elektroden auf die Hautoberfläche über bestimmten Nerven plaziert und stimuliert. Durch Wahl der Stromfrequenz bzw. der Amplitude kann bestimmt werden, welche Nervenfasern aktiviert werden. |
| Begründung: | Es wird angenommen, dass durch Stimulation des ZNS von der Peripherie her die Funktionen des ZNS allgemein verbessert werden können. Dies ist in der Tat eine Variante der Akupunkturtechnik und gleicht in mancher Hinsicht der altmodischen "Irritationstechnik" (z.B. Senfpflaster etc.). Die neue Methode in dieser Richtung verwendet wieder energetische Laserstrahlen. Durch Stimulation während 20-30 Minuten lässt sich eine eindeutige Schmerzlinderung erzielen, die auf die Freisetzung von Morphium ähnlichen Substanzen im ZNS und im Liquor zurückgeführt wird. TENS wird gelegentlich zusammen mit oral verabreichtem d-Phenylalanin und Vitamin B12 verwendet, welche ähnlich wie Endorphine (d.h. Morphium ähnlich) wirken sollen. |
| Evaluation : | Ueber subjektive Besserungen und eine Verminderung der Spastizität wurde bei MS-Patienten berichtet, die durch "gespielte Stimulation" nicht erreicht werden konnte. Durch TNS soll auch der Kleinhirntremor verringert werden können. Die bisher vorliegenden Informationen genügen nicht, um eine abschliessende Evaluation dieser Behandlung zu erlauben. |
| Risiko/Kosten: | Lokale Hautreizungen unter den Elektroden können vorkommen. TNS weist nicht die Nachteile der Hinterstrangstimulation auf, da es nicht invasiv ist. |
| Schlussfolgerung: | Quantifizierte Studien sind notwendig, um die Wirkung der TNS als Therapie zu belegen. |
| Nach Auffassung des Komitees gibt es keine allgemein akzeptierte wissenschaftliche Grundlage für diese Therapie. Sie wurde nie in einer sauberen kontrollierten Studie untersucht. Auch bei Langzeitbehandlungen treten relativ geringe Nebenwirkungen auf. |