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Symptome und Behandlungen
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Aus dem Inhalt
MS the Guide:

 


  Beurteilung umfassender Rehabilitationsprogramme

Die zwei Hauptfragen, welche zu beantworten sind, lauten

  • Ist ein umfassendes Rehabilitationsprogramm imstande, die Behinderung und das Handicap zu verringern und die Lebensqualität zu verbessern?
  • Wenn ja, lassen sich diese Vorteile mittel- oder langfristig übertragen?

In der Mehrzahl der Studien wurde die klinische Rehabilitation untersucht, welche sich für die Studienplanung besser eignet. Unter acht Studien wurden die vier früheren an Einzelgruppen durchgeführt, und bei allen zeigte sich ein gewisser Nutzen der Rehabilitation im Bereich Behinderung. Zwei weitere Studien verglichen die klinische Rehabilitation mit der Behandlung im Akutkrankenhaus retrospektiv beziehungsweise mit der ambulanten Behandlung. Die eine zeigte keinen Unterschied zwischen beiden Behandlungsarten, während bei der zweiten Studie ein gewisser Nutzen der klinischen Behandlung gezeigt werden konnte. Die Studie von Freeman und Mitarbeitern war eine randomisierte, durch eine Warteliste kontrollierte Studie an 66 Patienten mit progredienter MS. Die Patienten wurden zu Beginn stratifiziert nach ihrem EDSS-Wert, und die Behandlungsgruppe wurde während durchschnittlich 20 Tagen klinisch rehabilitiert. An Messgrössen für die Behinderung wurde der Functional Independence Measure (FIM) und für das Handicap die London Handicap Scale (LHS) zu Beginn der Studie und 6 Wochen später angewandt. Die beiden Gruppen stimmten gut in Bezug auf Alter, Geschlecht, Krankheitsmuster und Krankheitsdauer überein. In der behandelten Gruppe zeigte sich ein signifikanter Nutzen sowohl in Bezug auf die Behinderung (P < 0.001), als auch in Bezug auf das Handicap (P < 0.01) im Vergleich zur Kontrollgruppe. Bei beiden Gruppen kam keine Veränderung im EDSS zustande.

In einer neueren randomisierten Blindstudie wurde eine dreiwöchige Periode klinischer Rehabilitation verglichen mit Heimübungen bei 50 weniger stark behinderten Patienten, die gehfähig waren. Die Evaluation erfolgte mittels EDSS, FIM und SF-36, einem Mass für Lebensqualität. Diese Messungen wurden zu Beginn, nach 3, 6, 9 und 15 Wochen durchgeführt. Nach Ende der 3-wöchigen Rehabilitationsperiode zeigte sich ein signifikanter Nutzen in Bezug auf Behinderung und gewisse Aspekte der Lebensqualität (mental, nicht körperlich) im Vergleich zum Heimübungsprogramm. Dieser Vorteil liess sich auch nach 9 Wochen, nicht aber mehr nach 15 Wochen mehr nachweisen.

Nur wenige Untersucher beurteilten die Rehabilitation ambulanter Patienten ausserhalb der Klinik: Di Fabio und Mitarbeiter teilten 46 Patienten mit progredienter MS in eine aktiv behandelte Gruppe ein (20 Patienten hatten 5 Stunden ambulante Therapie pro Woche während eines Jahres). Die Kontrollgruppe waren diejenigen auf der Warteliste. Die Ergebnisse wurden gemessen mit einer Checkliste von MS relevanten Symptomen, einem Mass für die Häufigkeit von Müdigkeit und einer Funktionsskala, die im Rehabilitation Institute in Chicago entwickelt worden war. Es zeigte sich eine signifikante Verminderung der Häufigkeit von MS Symptomen sowie der Müdigkeit.

Schlussfolgerung: Auch wenn es schwierig ist, die Ergebnisse all dieser Studien zu vergleichen, weil grössere methodologische Unterschiede bestehen, so zeigt sich doch, dass eine gut organisierte, Patienten-zentrierte multidisziplinäre Rehabilitation von Nutzen ist. Das Ausmass davon und wie viel davon sich auf die Zeit nach der Behandlung überträgen lässt, muss noch in weiteren Studien bestimmt werden.


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