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Etwa 2/3 der Patienten mit MS klagen über Störungen der Darmfunktionen, meist in Kombination mit Blasenproblemen. Am häufigsten sind Verstopfung und Inkontinenz, die gelegentlich auch in Kombination vorkommen können. Die zugrunde liegenden pathophysiologischen Mechanismen sind nur unzureichend bekannt. Es gibt kaum wissenschaftliche Untersuchungen zur Wirksamkeit der Behandlungsmöglichkeiten. Zur Verstopfung führen Mechanismen wie verlangsamte Durchlaufzeit im Dickdarm, abnorme Funktion der Schliessmuskeln, sowie mechanische Hindernisse. Es gibt kaum Veröffentlichungen zur Wirkung von Medikamenten auf die Darmsymptome bei der MS. Die meisten Patienten verwenden Laxative und Einläufe bereits bevor sie deswegen zum Arzt gehen. Bei leichten Formen können eine Erhöhung des Fasergehaltes in der Nahrung oder Laxative wie Laktulose nützlich sein, weniger allerdings bei ausgeprägter Symptomatik. Auch Stimulantien oder osmotische Laxative wie Senna oder Bisacodyl können verwendet werden.
Sind die Symptome der Darminkontinenz gering ausgeprägt, nicht sehr häufig und nicht Folge von Überfliessen bei Verstopfung, so kann eine Behandlung mit Loperamid oder Codeinphosphat nützlich sein, wobei allerdings Vorsicht geboten ist, wenn die Inkontinenz mit einer Verstopfung kombiniert ist. Ein Einlauf am Morgen kann das Risiko einer Inkontinenz über den Tag verringern. Evidenzbasierte Richtlinien wurden kürzlich durch den MSCCPG erarbeitet und diesem Abschnitt zugrunde gelegt.
Nach Auffassung des Komitees bleiben die Darmfunktionsstörungen bei MS-Patienten schwierig zu behandeln. Es bestehen wenige evidenzbasierte Richtlinien dafür.
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