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  Mitoxantron

Mitoxantron ist ein Zytostatikum mit guten immunmodulatorischen Wirkungen einschliesslich Unterdrückung der B-Zell-Immunität und Verminderung der Anzahl von T-Zellen. Mitoxantron ist erheblich weniger toxisch als manche andern Krebsmittel. Die gefährlichste Nebenwirkung ist die Kardiotoxizität. Kürzlich wurden drei Studien publiziert, in welchen die Wirkung dieses Medikamentes bei der MS untersucht wurde.

In einer französischen Multizenter-Studie an 42 Patienten mit besonders aktiver Krankheit wurde die Behandlung mit Mitoxantron (20 mg i.v. monatlich) plus Methylprednisolon (1 g i.v. monatlich) beziehungsweise Methylprednisolon allein für 6 Monate verglichen. Die Analyse der MR Daten zeigte eine signifikante und sehr ausgeprägte Unterdrückung der Krankheitsaktivität bei den mit Mitoxantron behandelten Patienten; ebenso zeigte sich auch eine Wirkung in der klinischen Beurteilung.

In einer italienischen Studie wurden 51 Patienten mit schubförmigem Verlauf in einer randomisierten plazebokontrollierten Weise über 2 Jahre (8 mg/m2 i.v. monatlich über ein Jahr) untersucht. Es zeigte sich ebenfalls ein Trend zur Reduktion der Krankheitsaktivität, wie sie mit klinischen und MR-Parametern gemessen wurde.

Kürzlich wurden die Ergebnisse einer europäischen multizentrischen, randomisierten plazebokontrollierten Phase III Studie vorgestellt. Patienten mit sekundär progredienter MS (N=194) wurden rrandomisiert auf zwei Dosen von Mitoxantron (5 mg/m2 oder 12 mg/m2) beziehungsweise Plazebo, intravenös verabreicht alle drei Monate über zwei Jahre. Ein signifikanter Nutzen konnte auf die Schubrate und die Krankheitsprogression nachgewiesen werden, ohne schwere Toxizität. Die MR-Daten bestätigten den Nutzen auf die Krankheitsaktivität. Die Behandlung wurde gut toleriert.Die Ergebnisse dieser Studie führten zur Anerkennung dieser Behandlung durch die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA.
Die Hauptnebenwirkungen des Mitoxantron sind Knochenmarks-Suppression und dosisabhängige Kardiotoxizität.
Wenn eine Behandlung mit Mitoxantron erwogen wird, ist es besonders wichtig, dass Patienten mit Herzproblemen ausgeschlossen werden und dass, in Abhängigkeit von der Dosierung, monatliche EKG’s, Blut- und Urinuntersuchungen sowie halbjährliche echokardiographische Untersuchungen durchgeführt werden.

Nach Auffassung des Komitees zeigen die vorhandenen Studien, dass Mitoxantron wirksam sein kann, die Krankheitsaktivität bei der MS zu verringern. Die Veröffentlichung der Ergebnisse der europäischen Multizenter-Studie muss allerdings noch abgewartet werden, bevor eindeutige Empfehlungen abgegeben werden können. Das Risiko der Kardiotoxizität bei höheren kumulativen Dosen wird die mögliche Behandlungsdauer limitieren.


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